Vortrag "30. Juni 1908: Kosmische Bombe über Sibirien" am 17.04.08 um 20 Uhr
von Horst Thiel,
Leiter der Realschulsternwarte Bad Driburg
Am 30. Juni 1908 beobachteten um 7.17 Uhr Ortszeit Reisende der transsibirischen Eisenbahn einen hellen Feuerball, der von Süden nach Norden zog. Kurze Zeit später hörten sie eine Explosion, die so stark war, dass der Lokomotivführer den Zug anhielt, um nach der Ursache zu suchen. Expeditionen trafen auf 2000 Quadratkilometer verwüstete Taiga. Wäre der Einschlag 6 Stunden später erfolgt, hätte er Mitteleuropa getroffen und Zerstörungen unvorstellbaren Ausmaßes hervorgerufen. Zum Glück geschah er über nahezu unbewohntem Gebiet.
Riesenmeteoriten bilden auch die Ursache für so gewaltige Krater wie das Nördlinger Ries in Süddeutschland (Durchmesser 24 km) oder den Arizona-Krater. Das weltweite Aussterben der Saurier vor 65 Millionen Jahren geht ebenfalls auf einen Einschlag zurück.
Kleine kosmische Treffer sind häufiger. Sie schlagen metertiefe Löcher in den Erdboden, zerbeulen Autos und Briefkästen oder zerschmettern Dachpfannen. Als Feuerkugeln lassen sie für Sekunden die Nächte taghell werden. In den meisten Fällen aber leuchten die himmlischen Geschosse nur als Sternschnuppen auf, die lautlos über das Firmament gleiten und von denen der Volksmund sagt, man solle sich bei deren Erscheinen etwas wünschen.