Vortrag "Das Leben auf der Erde und sein Überleben im Universum" am 03.05.06 um 20 Uhr (Terminänderung!)
von Dr. Dietrich Baade,
Leiter des Optical Detector Teams der ESO, Garching bei München
Herr Dr. Baade ist Leiter des Optical Detector Teams am European Southern Observatory (ESO). Seine wissenschaftlichen Arbeitsgebiete sind: hochauflösende Spektroskopie, Polarimetrie, Supernovae und Pulsationen, Masseverlust und Scheibenbildung extrem schnell rotierender massereicher Sterne.
Beherbergt unser Universum noch weitere Inseln des Lebens? Da die Astronomie nicht die Kompetenz hat, um zu definieren, was "Leben" bedeutet, beschränkt sich der Vortrag auf die Frage, was das Leben auf der Erde vor dem Untergang durch kosmische Bedrohungen bewahrt hat. Auch wenn letztere in der langen Geschichte irdischen Lebens nie extrem akut geworden sind, sind sie dennoch vielfältig und erheblich: lebensgefährdende Sternstrahlung, zu hohe oder zu geringe Masse des Muttersterns, Kometeneinschläge, instabile Umlaufbahnen des Wirtsplaneten, Supernovaexplosionen, riesige Staubwolken, Galaxienkerne mit gewaltigen Schwarzen Löchern und enge Begegnungen mit benachbarten Galaxien gehören zu den größten bekannten Gefahren, die der Vortrag zu skizzieren versucht. Obwohl die Aussichten für jeden einzelnen Stern nahezu verschwindend gering sind, dass er auf einem Planeten erdähnlichem Leben eine Heimstatt bieten kann, besteht angesichts der riesigen Zahl von Sternen kein Zweifel, dass die Bedingungen auf der Erde keineswegs einmalig sind. Solche Sterne und Planeten zu finden, ist eine immense wissenschaftliche und technische Herausforderung.
Gegenwärtig fußt die Suche nach extrasolaren Planeten nur auf indirekten Methoden und findet infolge grundsätzlicher Limitierungen fast ausschließlich Objekte, die es so im Sonnensystem nicht gibt. Der Vortrag schließt mit einer Beschreibung der beträchtlichen technischen Anstrengungen, von denen zunächst „nur“ die reine Sichtbarmachung erdähnlicher Planeten, dann aber auch eine quantitative Charakterisierung der physikalischen Verhältnisse an ihrer Oberfläche erhofft werden kann.